Mehr als 110 Jahre "Bernd-Ryke-Grundschule"
Ist das so? Eigentlich nicht, denn so heißt die Schule ja erst seit 1957. Damals wurde sie nach "Bernd Ryke", der 1447 in das Amt des Bürgermeisters von Berlin gewählt wurde, umbenannt. Aber auch schon vorher kann die Schule auf eine längere Geschichte zurückblicken.
Am 14. April 1893 entstand die Schule als Anstaltsschule der königlichen Armeekonservenfabrik in der Berliner Chaussee (heute Gartenfelder Straße). Das Schulhaus steht heute noch, beherbergt aber jetzt Stadtbücherei und die Schule am Gartenfeld.
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| Schulwappen von 1895 |
Anfänglich wurden hier 52 Jungen und 63 Mädchen in nur 2 Klassen unterrichtet. 1910 erfolgte die erste Umbenennung. Die Schule wurde zur 13. Gemeindeschule, als Haselhorst nach Spandau eingemeindet wurde. Ab 1926 hieß sie dann 13. Volksschule.
Als die Reichsforschungssiedlung (die Wohnblocks am Burscheider und Lüdenscheider Weg) ab 1931 gebaut wurde, zogen viele Familien nach Haselhorst und die Schule wurde schnell viel zu klein.
An der Daumstraße wurde mit dem Bau einer Filiale begonnen. In den Jahren 1932 bis 1934 entstanden die beiden ebenerdigen Gebäudeteile mit Hausmeister- und Heizerwohnung, die uns heute als Nordflügel und Südflügel bekannt sind. Auch die große Turnhalle wurde 1938 fertig gestellt.
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| Schüler der 13. Volksschule vor der neuen Filiale in der Daumstraße (1935) |
Das zweigeschossige Hauptgebäude zwischen Nord- und Südflügel wurde geplant und im Jahre 1939 wurde sogar dafür ausgeschachtet. Durch den Beginn des zweiten Weltkrieges (1. September 1939) konnte das Gebäude erst Anfang der 50er Jahre gebaut und 1956 fertig gestellt werden. Die Großeltern mancher unserer Schüler erinnern sich, dass während ihrer Schulzeit in den 1940er Jahren eine große Baugrube vorhanden war.
Schon während des zweiten Weltkrieges war es erforderlich geworden, die große Schülerzahl organisatorisch zu bewältigen. Aus diesem Grunde entstand in Haselhorst eine zweite Schule, die „Georg-Neumeister-Schule“ (14. Grundschule), die sowohl die Räume der alten Schule in der Gartenfelder Straße, als auch einige an der Daumstraße nutzte und eine eigene Schulleitung hatte.
Im Jahr 1976 wurde die Zweiteilung wieder aufgegeben, der Name "Georg-Neumeister-Schule" mit der Nummer 14 erlosch.
1956 konnte dann ein völlig neuer Gebäudetrakt mit 8 Klassenräumen eingeweiht werden, der im rechten Winkel entlang des Lüdenscheider Wegs an die Schule angebaut wurde. In diesem, jahrzehntelang „Alt-Neubau“ genannten, Flügel befindet sich heute der Hort.
Im Juni 1951 wurde aus der 13. Volksschule die 13. Grundschule und im Jahre 1957 erhielt sie ihren heutigen Namen: "Bernd–Ryke-Grundschule".
Im Jahr 1968 konnten sich die Schüler über den Neubau einer zusätzlichen Turnhalle freuen. Und 1970 wurde mit der Errichtung des Fertigbaus „Würfel“ eine weitere Vergrößerung erreicht. Dieses ursprünglich nur als vorübergehend gedachte Gebäude hat vier Klassenräume, in denen jahrelang die Vorklassen und bis 2005 die Eingangsstufe mit vier Gruppen untergebracht waren. Heute gehört es zum festen Bestandteil unserer Unterrichtsräume.
Bereits 1993 feierte die Schule ein großes Jubiläum. "100 Jahre Haselhorster Schule" hieß das Motto. Im Jahr 2003 wurde dann das 110-jährige Bestehen der Schule gefeiert.
Durch den Bau der „Wasserstadt“ wuchs die Schülerzahl der Bernd-Ryke-Grundschule auf bis zu 700 Schüler an. Im neu entstandenen Wohngebiet eröffnete deshalb im September 2000 eine neue Schule, die „Grundschule an der Pulvermühle“ (28. Grundschule) und einige der Lehrerinnen und Lehrer der Bernd-Ryke-Grundschule zogen mit.
In den frei gewordenen Räumen der Bernd-Ryke-Grundschule waren ab 2000 bis 2007 einige Klassen der "Schule am Gartenfeld" untergebracht.
Mit dem neuen Schulgesetz 2005, wurde die ergänzende Betreuung den Schulen zugeordnet. Die Schule bekam einen eigenen Hort. Dieser befand sich zunächst im ehemaligen Kitagebäude im Pulvermühlenweg. Am 5. Januar 2009 konnten endlich die durch Umbau neu gestalteten Räume im ehemaligen „Alt-Neubau“ am Lüdenscheider Weg bezogen werden. Zum Hortbereich gehört auch eine Mensa. Außerdem erhieltv die Schule eine Pädagogische Küche und eine Bibliothek.
Für die nahe Zukunft ist der Bau einer modernen Mehrzweckhalle und die Umwandlung der denkmalgeschützten Turnhalle in eine Aula geplant.



